Home Stadt Sassnitz - Kreis Rügen

 

1939

Kreis: Landkreis Rügen;  -  Bezirk: Regierungsbezirk Stettin; -  Land: Provinz Pommern / Preußen;  -  Einwohner: 7826

2008

 Kreis: Rügen;  -  Land: Mecklenburg-Vorpommern / Deutschland;  -  Einwohner: 10614

 

Historie

Wappen SassnitzDie Entwicklung der heutigen Stadt Sassnitz steht im engen Zusammenhang mit der Zusammenlegung der Dörfer Crampas und Sassnitz im Jahr 1906. Bis zu diesem Zeitpunkt waren das ursprüngliche Bauerndorf Crampas (der Bereich der heutigen Einkaufsstraße „Rügen-Galerie“) und das Fischerdorf Sassnitz getrennte Gemeinden.

Erste Erwähnung findet Crampas in einer Urkunde des Hauses Putbus vom 24. Juli 1398. Der Name Sassnitz findet erst 1584 in einem Reisebericht des Pfarrer Rhenan Erwähnung, welcher vom Pommernherzog beauftragt war Metalladern ausfindig zu machen. 

Beide Dörfer führten bis zum Aufkommen des Badetourismus ein unscheinbares Dasein. Erste Erholungssuchende verzeichnet man Anfang des 19. Jahrhunderts. Ein wichtiger Grund für die Entwicklung der aufkommenden Seebäder war das Ausscheiden aus dem Domanium und der damit verbundenen Eigenständigkeit als Gemeinde. Für Crampas trat dies im Jahr 1822 ein, Sassnitz folgte im Jahr 1844. Fürstenhof SassnitzAuch wenn immer mehr Touristen die Badeorte besuchten, blieb der Gebäudezustand noch bis in die 1860er Jahre derselbe, zum großen Teil einfache strohbedeckte Katen ohne Schornstein (Rauchhäuser). Erst Ende der 1860er Jahre entstanden erste Villen und Hotels, allerdings von Ortsfremden erbaut bis schließlich im Jahr 1876 der erste Sassnitzer ein Haus nur zu Fremdenverkehrszwecken erbaute. Dies löste in Sassnitz einen Bauboom aus und schon bald war das Altsiedelgebiet (die Liete oder Schlucht) baulich erschöpft und man bebaute die Hänge östlich und westlich davon.

Panoramablick auf die Stadt SassnitzDie Crampasser Einwohner zeigten noch mehr Zurückhaltung beim Bauen, wahrscheinlich weil mein kein Vertrauen in den Tourismus legte. Auch hier bauten Ortsfremde im Jahr 1873 die ersten Villen und Hotels.

Die Blütezeit des Tourismus bilden die 1870er bis 1890er Jahre in denen es oft vorkam, dass Touristen wieder abreisen mussten, da sie kein Unterkommen fanden.

Durch die Inbetriebnahme der Eisenbahn und des Fährverkehrs und des damit verbundenen schnelleren und billigeren Reisen, stellte sich jedoch eine andere Art des Tourismus ein, der sogenannte Passantenverkehr bei dem die Reisenden nicht länger als drei Tage am Ort verweilten. Viele Crampasser und Sassnitzer Häuser hatten darunter zu leiden und die Anzahl der Zwangsversteigerungen stieg stetig. Einen nicht geringen Anteil daran hatten auch verschiedene Industrien wie z.B. Kreideindustrie, Eisenbahn und Fährhafen die immer mehr Arbeiter nach Sassnitz lockten und der Badeortcharakter fast verschwand. Auch trug das Fehlen eines Sandstrandes zum Abwandern der Touristen in die benachbarten Badeorte Binz, Göhren und Sellin bei.

Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde das Ortsbild von Sassnitz ein weiteres Mahl nicht unerheblich verändert. Marineeinheiten bezogen den Hafen und das nahe gelegene Areal „Dwasieden“ und es entstand eine Landesführerschule auf dem Gelände des ehemals berühmten Hotels Ostsee bei Sassnitzzum Fahrnberg welche nach dem 2. Weltkrieg als Krankenhaus weiter diente. Ein Schreckenserlebnis für die Sassnitzer und die vielen Flüchtlinge war der Bombenangriff am 6. März 1945 bei denen Tausende von Menschen ihr Leben liessen.

Nach dem Ende des Krieges war die Insel Rügen überfüllt von Flüchtlingen aus den ehemaligen Ostgebieten und sämtliche Ferienhäuser wurden fortan als Wohnungen dauerhaft genutzt. Während der „Aktion Rose“ im Jahr 1953 wurden auch viele Sassnitzer Pensionsbesitzer enteignet.

Nach Gründung der DDR wurde vor allem die Fischerei stark gefördert und bildete den größten Arbeitgeber der ab dem Jahr 1957 erklärten Stadt. 

Nach der Wende änderte sich das Bild von Sassnitz ein weiteres Mal erheblich. Immer mehr Fischkutter verschwanden aus dem Hafenbild und Einwohner wanderten aufgrund von Arbeitslosigkeit ab. Die Stadt versucht seitdem Sassnitz wieder zu einem Touristenort zu machen was im Jahr 1998 mit der staatlichen Anerkennung als Erholungsortgelang. Auch sind viele der ehemaligen Villen und Pensionen des alten Sassnitz (auf dem Gebiet des ehemaligen Crampas wurden viele Häuser abgerissen und durch Neubauten ersetzt) saniert und restauriert und werden wieder zu Fremdenverkehrszwecken genutzt. 

In Zukunft strebt die Stadt Sassnitz  an den Titel eines Thermal-Kreideheilbades zu bekommen.

Bilder und Text von Diplomarchivar Frank Biederstaedt 
 


Museen

Museum für Unterwasserarchäologie 

Das Museum für Unterwasserarchäologie ist eine Landeseinrichtung und gehört zum Landesamt für Bodendenkmalpflege, dessen Aufgabe der Schutz des kulturellen Erbes ist. Mit insgesamt 1700 km Küstenlinie besitzt Mecklenburg-Vorpommern ein unschätzbares historisches Archiv für das Leben des Menschen am und auf dem Wasser von der Steinzeit bis heute. Auf dem Wasser werden Güter befördert. An ihm bilden sich wichtige Handelsorte. Es überflutet Siedlungen. In ihm versinken Schiffe. Archäologen führen in diesem Element Ausgrabungen durch und fördern Vergangenheit zutage. Unsere Geschichte und die archäologischen Arbeitsweisen den Besuchern zu vermitteln sowie die Kulturgüter zu bewahren, sind die vornehmsten Aufgaben des Museums.

Das Gebäude ist eine denkmalgeschützte Stahlkonstruktion, die zwischen zwei seitlichen Fährbetten auf Stelzen schwebt und deren durchgängig verglaste Seitenfront einen der schönsten Blicke auf den Sassnitzer Hafen und die Ostsee bietet. Seit Ende der 50er Jahre diente es der DFO als Anleger für die Fähren nach Schweden und Dänemark. Züge, LKWs, PKWs und Personen wurden hier abgefertigt. Nach der Verlagerung des Fährhafens nach Mukran wurde 1999 das Museum eröffnet. Grundstücks- und Gebäudeeigener sind die SCANDLINES, die auch in der Ausstellung mit einer Darstellung der Geschichte des Fährverkehrs präsent sind.Der zur Zeit bedeutendste Fund ist das Gellenwrack von 1340. Erhalten ist die Steuerbordseite einer Hansekogge, die aus Öland (Schweden) kommend vor der Insel Hiddensee scheiterte. Sie hatte Kalksteinplatten geladen, ein begehrter Fußbodenbelag für die Kirchen und reichen Häuser Stralsunds. Die Kogge ist hinsichtlich ihrer Bauart einzigartig, denn sie vereint baltische und mediterrane Handwerkstraditionen. Von großer historischer Bedeutung ist auch das Boot II aus Ralswiek (Rügen), das in der Forschung als Referenzobjekt für den slawischen Schiffsbau gilt.

Es wurde um 995 n. Chr. gebaut. Nachdem die Planken und Spanten vier Jahre lang im Konservierungsbad lagen, wurden sie nun zur Restaurierung hergerichtet. Das komplette Boot wird derzeit in der Museumswerkstatt vor den Augen der Besucher wieder aufgebaut. Im slawischen Freilichtmuseum Großraden sind zwei Nachbauten unseres Bootes zu bewundern, mit denen auch gefahren werden kann.

Kinder und spielfreudige Erwachsene können sich in unseren Spielboot "Hoppetosse" und an der Knotenbank erholen oder einfach einen der schönsten Blicke über den Sassnitzer Hafen und die Ostsee genießen. Ferngläser werden kostenlos verliehen.

  Quelle: www.kreidefelsen.de

 
Nationalpark-Jasmund

Kreidefelsen und Meer, urtümliche Rotbuchenwälder, Wiesen, Moore und eine Fülle der verschiedensten Lebewesen – all das macht den Reiz von Deutschlands kleinstem Nationalpark aus. Das Waldgebiet, der vorgelagerte Strand und ein etwa 500 m breiter Streifen der Ostsee sowie ein im Westen gelegenes, ca. 50 ha großes Gebiet um die ehemaligen Quoltitzer Kreidebrüche machen den Nationalpark Jasmund aus. Deutschlands kleinster Nationalpark mit 3.003 ha Fläche besitzt etwa 2.200 ha Wald, 603 ha Ostsee und 200 ha ehemalige Kreidebrüche, Wiesen, Moore und Trockenrasen. Die höchste Erhebung Rügens, der Piekberg, liegt 161 Meter über NN. Bekanntester Punkt ist der Königsstuhl, ein etwa 118 m hoher, vorgeschobener Kreidefelsen, der nur über einen schmalen Zugang zu erreichen ist.Mit ihrer Zielsetzung kommt Nationalparks eine besondere Rolle im Verhältnis des Menschen zur Natur zu. Dafür lässt sich folgendes Leitbildbeschreiben:

Aus ethischer Sicht sollen Nationalparke den Eigenwert der Natur symbolisieren und deren Achtung durch den Menschen sowie die Erkenntnis der Notwendigkeit des Erhaltes von Natur fördern.

Aus wissenschaftlicher Sicht sollen Nationalparks als Beispiel- und Vergleichsflächen dem Erkenntnisgewinn dienen, wie sich Natur und Landschaft ohne stoffliche Nutzung entwickeln. Insbesondere soll die Untersuchung  von Prozessen und Regelungsmechanismen in wenig gestörten Ökosystemen sowie natürlicher Regenarationsprozesse ermöglicht werden. Grundlagenforschung, die auch in anderen Gebieten möglich ist, soll nicht stattfinden.

Aus pädagogischer Sicht sollen in Nationalparks mit Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung die genannten ethischen Werte und der dort erlangte wissenschaftliche Erkenntnisgewinn über die Entwicklung von Natur den Einheimischen und Besuchern bei der Erholung in diesen Gebieten nahe gebracht werden.

Auch für die Nationalparks in Mecklenburg-Vorpommern soll deshalb der Satz gelten, mit dem vor 125 Jahren der erste Nationalpark gegründet wurde:

"Zum Wohl und zur Freude des Volkes und der zukünftigen Generationen".

  Quelle: www.koenigsstuhl.com

Kreidemuseum Gummanz 

 

Fischerei- und Hafenmuseum 

Im März 1993 ergriffen Bürger die Initiative zur Gründung eines gemeinnützigen Vereins, des Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum e. V.  Das Ziel des Vereines ist die Geschichte von Sassnitz als Stadt der Fischerei und Fischverarbeitung, die Geschichte des Fährschiffs- und Bäderschiffsverkehrs und der Seetouristik darzustellen. Das Museum eröffnete seine Ausstellung im Mai 1996 und ist seitdem ständig erweitert und gestalterisch bearbeitet worden.

Die Schwerpunkte des Museums sind: 
         Entwicklung der regionalen Fischerei der letzten 150 Jahre
         Arbeits- und Fischereigeräte, die damals und teilweise auch heute noch Anwendung finden. 
         Der Übergang zur genossenschaftlichen Fischerei in Sassnitz von 1928 bis zur Gegenwart.

 

Erlebniswelt U-Boot Schiffsmuseum HMS Otus 

 

 


 

 


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