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Joachim Lorenz Struck Stralsunder Sinfonie Das Lebensbild des Stralsunder Komponisten Paul Struck Ein Beitrag zur Musikgeschichte Pommerns, Schwedens und Österreichs mit Ergänzungen von Ferdinand Struck


Stralsunder Sinfonie
 
Das Lebensbild des Stralsunder Komponisten
Paul Struck

Joachim Lorenz Struck
Ferdinand Struck

Edition Pommern
ISBN 978-3-939680-24-6
134 Seiten mit Abbildungen
€ 13,95 (D)
Broschur
Größe 21 cm x 15 cm





 

Beschreibung

 

Paul Struck ist sicherlich einer der bedeutenden Stralsunder Persönlichkeiten und zugleich wohl einer der unbekanntesten. 
Die Autoren beschreiben eindrucksvoll und detailreich das vielschichtige Leben des Stralsunder Komponisten Paul Struck. Dieses  begann 1776 im Schwedisch-Pommerschen Stralsund.  Paul Struck stammt aus der berühmten Buchdrucker- und Verlegerfamilie Struck.
Dies war sicherlich auch der Hintergrund, dass Paul Struck nach seiner Buchdruckerausbildung  die Möglichkeit einer musikalischen Ausbildung gewährt wurde.  Sie begann erst in Berlin, dann in Wien bei  Johann Georg Albrechtsberger und schließlich wurde er Schüler bei Joseph Haydn.
Im Laufe seines Lebens gab es viele Höhepunkte, aber auch herbe Rückschläge. Ränkespiele am Schwedischen Hof haben ihm genauso zugesetzt, wie die Auswirkungen des „Napoleonischen Zeitalters“.
1817 zog er  nach Preßburg (heute Bratislava),  wo er 1820 verstarb.



Aus dem Buch:

Vorwort 

 
 
Über Paul Struck, den Komponisten, Pianisten und Dirigenten, den Schüler Joseph Haydns, gibt es in dem musikwissenschaftlichen Schrifttum, neben zahlreichen kurzen Hinweisen und ausführlichen Vermerken, eine Reihe längerer musikgeschichtlicher Veröffentlichungen, vor allem aus Schweden, in denen jedoch nur einzelne Abschnitte und Ereignisse aus seinem Leben behandelt werden. Es fehlt eine Darstellung des gesamten Lebenslaufes Paul Strucks. Diese Lücke soll mit dem vorliegenden Buch geschlossen werden. 
Bei meinen Arbeiten über Paul Struck habe ich manche, bisher unbekannte und nicht ganz unwichtige Einzelheit aus seinem Leben und seinem Wirken ermitteln und festhalten können. Bei meinen Nachforschungen habe ich liebenswürdige Unterstützung bei Herrn Dr. Otto Biba - Wien, Herrn Dr. Oswald Bill - Darmstadt, Herrn Professor Bernhard Bray - Saarbrücken, Herrn Hofrat Professor
Dr. Franz Grasberger - Wien, Frau Angela Johansson - Saltsjöbaden bei Stockholm, Herrn Andres Lönn - Stockholm, Herrn Universitätsdozent Dr. Mazal - Wien, Frau Dr. Hedwig Mitringer - Wien, Herrn Dr. Albert Mitringer - Wien, Herrn Magister Dr. Franz Patzer - Wien, Herrn Dr. Eberhard v. Pommer Esche - Luzern, Herrn Dr. Heinz Ramge - Berlin, Frau Margit Thomas–André - Offenbach am Main und Herrn Dr. Horst Walter - Köln erfahren. Allen Genannten sei auch an dieser Stelle für ihre Hilfe herzlich gedankt. Möge diese Arbeit ein kleiner Beitrag zur Musikgeschichte Stockholms und Wiens um die Wende des 18. zum 19. Jahrhunderts sein.
 

 
Frankfurt am Main                                                            Joachim Lorenz Struck
 

 
Einleitung

 
Einem Zufall im Jahre 1930 ist es zu verdanken, dass zwei wissenschaftliche Arbeiten des schwedischen Musikforschers C. F. Henneberger, Sekretär der Kgl. Schwedischen Musik-Akademie in Stockholm, über den in Stralsund geborenen Wiener Komponisten Paul Struck auch in Deutschland bekannt geworden sind. Dadurch wurden wichtige Einzelheiten aus dem musikalischen Leben Paul Strucks der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Neu war vor allem, dass Paul Struck 1800 zum Mitglied der Kgl. Schwedischen Musik-Akademie gewählt wurde und 1801 an der schwedischen Erstaufführung von Joseph Haydns „Schöpfung“ maßgeblich beteiligt war. Auch die Reihe seiner Kompositionen, wie sie Robert Eitner in seinem „Biographisch-Bibliographischen Quellen-Lexikon der Musiker und Musik-Gelehrten“ aufführt, konnte erweitert werden.
Bei der jetzigen Erfassung und Zusammenstellung der Kompositionen Paul Strucks, deren Zahl im Jahre 1931 mit elf Arbeiten feststand, konnten nun insgesamt 31 Werke ermittelt und überwiegend auch mit Noten ausfindig gemacht werden. Hennerberg vermutet in einer Fußnote zu seinem Aufsatz, dass Paul Struck aus dem alten Buchdrucker-Geschlecht Struck in Stralsund stammt. Das ist richtig. Bis dahin konnte die schwedische Musikforschung über den Lebensweg Paul Strucks nur wenig oder gar nichts in Erfahrung bringen. Nun aber wurden der Kgl. Schwedischen Musik-Akademie ausführliche biographische Daten über den Komponisten Paul Struck zugeführt und in einer Einleitung der deutschen Veröffentlichung der beiden Aufsätze Hennerbergs vorangestellt.
Die beiden Aufsätze C.F. Hennerbergs sind betitelt:
Paul Struck, en Wiener Kompositör from Haydns och Beethovens dagar (ein Wiener Komponist aus Haydns und Beethovens Tagen.) 
Det första uppförandet i Stockholm av Haydns oratorium „Skapelsen“ (Die erste Aufführung von Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ in Stockholm)
Sie sind in der „Svensk Tidskrift för Musikforskning“ 1920 und 1921 erschienen und dann in der deutschen Übersetzung von Gabriele v. Haselberg (1882-1969) zunächst in der „Stralsundischen Zeitung“ veröffentlicht und 1931 in Buchform mit dem Titel „ Paul Struck, ein Wiener Komponist aus Haydns und Beethovens Tagen“ herausgegeben worden.
Im selben Jahr wurde im Rahmen eines Kammermusikkonzertes in Stralsund Paul Strucks „Großes Duo für Klaviere und Violine“ (op 7) in der Aula der „Hansaschule am Sunde“ aufgeführt. Nach 132 Jahren kam Paul Struck mit einer seiner Kompositionen wieder in seiner Vaterstadt zu Gehör.
Der 2. Weltkrieg und die folgenden schweren Jahre haben auf deutscher Seite die Nachforschungen und die Arbeiten über Paul Strucks Lebensweg unterbrochen. Manches Quellenmaterial ist auch im Krieg verloren gegangen. Dafür ist aber in Schweden die musikwissenschaftliche Forschung über Paul Struck sehr erfolgreich gewesen. Da sich in der Kgl. Schwedischen Musik-Akademie in Stockholm, im Kgl. Schwedischen Reichs-Archiv, in der Kgl. Schwedischen Bibliothek in Stockholm und vorallem im Silverstolpeschen Familien-Archiv (Dr. Torsten Silverstolpe) auf Näs bei Rö im Uppland größere Sammlungen von Paul Strucks Briefen erhalten haben, ist dies nicht verwunderlich.
So haben, neben dem schon erwähnten C. F. Hennerberg, Irmgar Leux–Henschen und C. G. Stellan Mörner mehrere wichtige musikgeschichtliche Arbeiten über Paul Struck und seine Zeit veröffentlicht. 
Doch auch in Deutschland konnten diese Nachforschungen nach Paul Struck in den letzten Jahren wieder aufgenommen werden. Manch bemerkenswerte Einzelheit konnte zusammengetragen werden und dabei interessante Zusammenhänge geklärt werden. Zwei bisher unbekannte Briefe Paul Strucks aus dem Jahre 1808 an seinen Bruder Johannes in Stralsund wurden im Struckschen Familien-Archiv gefunden. Dass auch Paul Strucks Sohn Adolf (geb. Wien 01.02.1813) als Komponist hervorgetreten ist, kann mit großer Wahrscheinlichkeit als sicher angenommen werden. Weiter konnte die enge Verwandtschaft Paul Strucks zu Wilhelm Heinrich Wackenroder, dem Früh-Romantiker, nachgewiesen, wie auch seine mehrfachen Verbindungen zu Ernst Moritz Arndt dargelegt werden. Paul Strucks langjährige Beziehungen zu Joseph Haydn, die von 1796 bis 1809 bestanden haben, wurden zusammenfassend behandelt. Eine genaue Schilderung seines Geburtshauses in Stralsund, seine Ahnentafel und die Zusammenstellung seiner späteren Wohnstätten in Stockholm, Wien und Budapest ergänzen diese Angaben.
Bei dem nun recht umfangreichen Material über Paul Struck scheint es angebracht und an der Zeit zu sein, das Lebensbild dieses pommerschen Komponisten in Wien nachzuzeichnen und zugleich einen kleinen Beitrag zur Musikgeschichte Pommerns, Schwedens und Österreichs zu geben.
Eine Würdigung des musikalischen Schaffens Paul Strucks und seiner einzelnen Kompositionen jedoch möge einer besonderen Untersuchung aus berufener Feder vorbehalten sein. Die vorliegende Arbeit soll hierzu eine Anregung geben. Galt es hier doch zunächst, die äußeren Geschehnisse und Umstände zum Lebenslauf des Komponisten zu ermitteln und festzuhalten.
Vom Westfälischen Frieden 1648 bis zum Wiener Kongress 1815 gehörte Neuvorpommern und Rügen, also das Gebiet nördlich der Peene, und damit Stralsund als „Hauptstadt“ „Schwedisch Pommerns“ zum Königreich Schweden. Paul Struck war somit schwedischer Untertan. Als solcher empfand er auch, wenngleich er sein Deutschtum nie verleugnet hat, was sich an manchen Äußerungen und allein schon an seinen geringen schwedischen Sprachkenntnissen zeigte. So wurde er Mittler der österreichischen Musik zum nordischen Land. Umgekehrt folgte über ihn ein reger Gedankenaustausch von Nord nach Süd.
Um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert schlingt sich ein musikalisches Band von Wien nach Stockholm. Als Ausgangspunkt zwischen beiden Ländern, Österreich und Schweden, steht Stralsund, die Vaterstadt Paul Strucks.
 
 
 
 

 


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