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Von den Jomswikingern fasziniert

Zum 65. Geburtstag des Diplom-Historikers Lutz Mohr

Das bewegte Leben von Lutz Mohr begann während des Fliegeralarms am Pfingstmontag, dem 28. Mai 1944 in Neusalza-Spremberg (Oberlausitz). Dort erblickte er als Sohn von Alois und Hertha Mohr das Licht der Welt. Seinen Vater lernte er nie kennen, da er bei der Verteidigung der Brücke von Remagen gefallen war. Trotz der schwierigen Situation erlebte er eine fast unbeschwerte Kindheit im großelterlichen Haus in der kleinen Grenzstadt zur damaligen CSR und wurde dort 1950 eingeschult. In der Schule wurde sein Interesse an der Muttersprache, an Geografie und Geschichte geweckt. Er träumte von der Ferne der Welt, von großen Schiffen und wie er einmal die Meere befahren werde. Nach erfolgreichem Abschluss der Polytechnischen Oberschule (POS) erlernte Lutz Mohr den Beruf eines Stahlschiffbauers. In dieser Zeit hatte er angefangen Berichte, Artikel und andere Beiträge für verschiedene Zeitungen zu schreiben. Von 1964 bis 1967 diente er als Stabsmatrose bei der 4. Flottille der Volksmarine der DDR in Warnemünde. In dieser Zeit lernte Lutz Mohr seine spätere Frau, Gisela aus Greifswald, kennen. Im Jahre 1965 erfolgte dann durch die Hochzeit der beiden der Startschuss für eine gemeinsame Zukunft, die bis heute fortwährt. Gerade durch seine Frau, die alle seine Höhen und Tiefen im Leben mit ihm meistert, konnte er auf solch` umfangreiches Schaffen zurückschauen. Nur eine so geduldige Frau an seiner Seite gab ihm den nötigen Halt und die Kraft für seine schöpferische und wissenschaftliche Arbeit. Im Anschluss an seine Marinedienstzeit fuhr er auf Schiffen der Deutschen Seereederei Rostock (DSR). Nach diesem praktischen Teil seines Lebens erfolgte nun ein Wandel. Er begann wieder die Schulbank zu drücken. Zuerst absolvierte er in Berlin ein Direktstudium der Gesellschaftswissenschaften, 1973 erfolgte dann ein mehrmonatiger Lehrgang an der Offiziershochschule der Volksmarine in Stralsund und die Ernennung zum Reserveoffizier. In der folgenden Zeit absolvierte Lutz Mohr ein externes Studium der Geschichtswissenschaften an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, das er 1982 erfolgreich als Diplom-Historiker abschloss. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter und späterer amtierender Direktor des Museums der Stadt Greifswald in der Zeit von 1975 bis 1980 hatte er mit einer Vielzahl von interessanten Fundstücken und Dokumenten zu tun, die sein Interesse an der Erforschung der Seefahrt und der Geschichte der Wikinger noch mehr fesselte. Insbesondere die Problematik der strittigen Jomswikinger in Pommern faszinierte ihn.  Bis heute hat Lutz Mohr diese Leidenschaft nicht losgelassen. Nicht nur zahlreiche Artikel und Fachbeiträge zeugen davon. So ist 2006 die Publikation „Die Saga der Jomswikinger“ in den Buchhandel gekommen, die er herausgab und kommentierte. In diesem Monat erscheint nun die Fortsetzung unter dem Titel: „Die Jomswikinger – Mythos oder Wahrheit“. Damit sind die Forschungen nicht abgeschlossen. Im nächsten Jahr erscheint sein bislang umfangreichstes Werk zur Geschichte der Wikinger mit dem Titel: „Drachenboote an Pommerns Küste“. Bis hierhin war es aber ein weiter Weg. Bereits Anfang der 90er Jahre machte er sich zusammen mit dem Weltumsegler und Publizisten Burkhard Pieske (Rendsburg) zur Wikingergeschichte einen Namen. Im Oktober 1993 starteten sie das „Vineta-Experiment“ in Koserow auf der Insel Usedom. Hier wurde der Beweis erbracht, dass die Wikinger es schon vor über 1000 Jahren verstanden, ihre Schiffe auch über größere Entfernungen über Land zu transportieren. Es erfolgten Planungen und Durchführungen für weitere historische Veranstaltungen auf der Insel, so der jährlich stattfindenden „Wikingerlager“ in Peenemünde in den Jahren 1995 bis 2000. In dieser bewegten und rastlosen Zeit schuf der Historiker vor Ort durch Nachgestaltung zwei moderne Runensteine, 1995 in Peenemünde und 1998 in Wusterhusen. Damals lernte er auch den Künstler Eckhard Buchholz aus Stralsund kennen. Es erfolgte eine fruchtbringende Zusammenarbeit der beiden über Jahre hinweg. Der eine hat den anderen und umgekehrt inspiriert. So schuf Eckhard Buchholz z. B. den großen „Wikinger-Zyklus“. Er wurde unter anderem in den USA, im Schloss der Pommernherzöge in Stettin und zuletzt in der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommerns in Schwerin ausgestellt. Die Historiengemälde und die Texte fanden so großen Anklang, dass die Ausstellung Monate verlängert wurde. Über Lutz Mohr könnte ich noch soviel mehr schreiben. Abschließend soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass er bisher auf über 500 größere und kleinere Veröffentlichungen zurückblicken kann, wobei über 300 im Online-Katalog der LBMV in Schwerin ausgewiesen sind. 
Michael Handwerg - Artikel aus der „Pommerschen Zeitung“ vom 16. Mai 2009
 
 
                      
 

 


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