Home Eldena - Kreis Greifswald

1900

Kreis: Landkreis Greifswald;  -  Bezirk: Regierungsbezirk Stralsund;  -  Land: Provinz Pommern / Preußen;  -  Einwohner: 733

2004

Heute: Stadtteil von Greifswald (1939 eingemeindet);  -  Kreis: Landkreis Ostvorpommern;  -  Land: Bundesland Mecklenburg-Vorpommern / Deutschland;  -  Einwohner: 1994

 

HISTORIE

EldenaDas Kloster Eldena geht auf das Wirken des Mönchordons der Zisterzienser im ehemaligen Pommern zurück, der im Jahre 1098 im heutigen Citeaux im Bistum Dijon (Frankreich) gegründet wurde und sich im Zuge reformatorischer kirchlicher Bestrebungen als Instrument der Christianisierung und Kolonisation über ganz West- und Mitteleuropa verbreitete. 

Der Orden entstand als Reaktion auf die zunehmende Ketzerbewegung und im Zeichen der beginnenden Kreuzzüge und sah seine Hauptaufgabe in der Festigung der Autorität der Kirche als eines Grundpfeilers der Feudalordnung. Neue Elemente in den Ordensregeln, wie ursprüngliche Ablehnung von Einkommen aus Zins- und Rentenbezügen, die Forderung, sich durch körperliche Arbeit den Lebensunterhalt zu verdienen u. a. und die straffe Organisation des Ordens ermöglichten über das System der Mütter- und Töchterklöster eine wirkungsvolle Wahrnehmung dieser Aufgabe und die rasche Ausbreitung des Ordens im 12. und 13. Jahrhundert. 

Das Kloster Eldena gehörte zur Linie von Clairvaux. 

Besonders in der Kultivierung und Besiedlung unerschlossener Gebiete hat der Orden große Leistungen vollbracht. Durch sein sich daraus ergebendes Betätigungsfeld wurde der Zisterzienserorden ein wirksames Instrument bei der feudalen Ostexpansion. Urwälder süd- und südwestlich des Greifswalder Boddens im vorpommerschen Raum wurden gerodet und in fruchtbares Ackerland verwandelt, ebenso wurde die Fischerei und Teichwirtschaft betrieben. Wie alle Zisterzienser-Klöster war auch Eldena in seiner Blütezeit eine feudale Musterwirtschaft landwirtschaftlichen und handwerklichen Charakters, die eine rege Tätigkeit des Kolonisierens und Kultivierens verbunden mit der Christianisierung unseres Raumes entfaltete. 

Die sich im 12. Jahrhundert erneut zuspitzenden Machtkämpfe zwischen Kaiser und Papsttum und das Erstarken der Partikulargewalten (Territorialfürsten) auf deutschem Boden, begünstigt durch die katholische Kirche, hatten weitreichende Folgen für das weitere Schicksal der slawischen Stämme zwischen Eibe und Ostsee.  Weiterlesen...

 

MUSEEN

ELDENAER MÜHLE

Mühle EldenaAnschrift: Wolgaster Landstraße 27, 17493 Greifswald - Eldena

Information: Die Eldenaer Mühle gehört zur Kategorie der Bockwindmühlen. Sie befindet sich am Eingang des Ortes. Die Mühle wurde 1997 Wiederaufgebaut und ist seit 2006 voll funktionstüchtig. Durch engagierte Bewohner konnte die 1972 eingestürzte Mühle wiederaufgebaut werden.

Öffnungszeiten: Sonntag 11-13 Uhr, oder nach Absprache. 

 

SEHENSWÜRDIGKEITEN

KLOSTERRUINE

 Kloster EldenaDie wohl größte und bekannteste Attraktion im Greifswalder Stadtteil Eldena ist zweifellos die Klosterruine Eldena. Sie zieht Touristen aus nah und fern an. Im Jahre 1199 wurde das Zisterzienserkloster gegründet.



BOCKMÜHLE

Bockmühle EldenaEin imposantes Bild, bildet die 1997 wiederaufgebaut Bockmühle am Ortseingang. Sie ist voll funktionstüchtig und malerisch gelegen.




KLAPPBRÜCKE

1887 wurde in dem kleinen gemütlichen Fischerdorf Wieck eine hölzerne Klappbrücke nach holländischen Vorbild gebaut. Sie führt quer über den Fluss Ryck und verbindet den Ortsteil Eldena mit Wieck. Noch heute ist die Klappbrücke vollkommen intakt und Zubringer für Wiecker Bewohner. Ein besonderes Spektakel ist die stündliche Öffnung dieser altehrwürdigen Brücke.



SEGELSCHULSCHIFF "WILHELM PIECK" HEUTE DIE "GREIF"

SEGELSCHULSCHIFF "WILHELM PIECK" HEUTE DIE "GREIF"Am 27. Februar 1951 erfolgte auf der Warnow-Werft in Rostock-Warnemünde die Kiellegung der Schonerbrigg als erster Schiffneubau der DDR in Niet- und Schweißtechnik. Der Stapellauf fand am 26. Mai 1951, die Indienststellung am 2. August 1951 statt. 1990 wurde das Schiff von der Stadt Greifswald übernommen und 1991 in Greif umbenannt.

 


MYTHEN UND SAGEN

DER GESTRANDETE WAL VON ELDENA

Am 30. März 1545 soll bei Eldena ein großer Fisch, 25 Schuh lang, gefangen worden sein, der Balena genannt wurde. In Begleitung seines Weibchens habe er eine große Anzahl von Fischen vor sich hergejagt und dadurch das Wasser des Boddens am Strand von Eldena gewaltig aufgepeitscht. Als das Wasser aber zurückflutete, konnte der Meeresriese nicht wieder in die Tiefe gelangen, obwohl sein Weibchen ihm große Mengen Wasser zu blies. Etliche Nächte waren die klagenden Rufe des Weibchens zu hören, das ihrem Männchen nicht helfen konnte. Da haben die Fischer und Bauern auf den großen Fisch geschossen 

Nach dem Glauben der damaligen Zeit erblickte man in dem Erscheinen des ungewöhnlich großen Fisches den Vorboten künftigen Unheils, wie Mikrälius im 16. Jahrhundert betreffs des ausgebrochenen Schmalkaldischen Krieges (1546-1547) berichtete: "Diese große Unruhe in Pommern hat ohne Zweifel der große Fisch angedeutet, der im Jahre 1545 beim Kloster Hilda gefangen wurde. Dieser Fisch, den die Schiffer sonst Braunfisch, andere Hillen nennen, war zu nahe ans Ufer gekommen ... deshalb haben sich die Fischer an ihn gemacht, ihn gefangen und getötet". Nach einer Beschreibung aus dem Jahre 1707 hat der Fisch wie eine Butte ausgesehen. Von diesem Naturwunder wurden zwei Bilder gemalt, wovon eines noch um 1700 im Dom St. Nikolai hinter der Kanzel zu sehen war, während sich das andere noch heute in der Marienkirche an der nördlichen Turmwand befindet. Nach Haas 1925 


DER „WILDE JÄGER“ VON ELDENA

Um 1886 erzählte man sich, dass der Wilde Jäger im Greifswalder Kreis, der in Eldena "Waul" und in Neuenkirchen auch "Waur" genannt wurde, mit seinen Hunden unter gewaltigem Getöse durch die Lüfte ziehe und dabei immerwährend rufe: "Haltet den Mittelweg, haltet den Mittelweg!" 

Einen Müller aus Steffenshagen verdross eines Tages der Lärm, den der Wilde Jäger von Eldena verursachte, und höhnend rief er von seiner Mühle aus dem Wilden Jäger Scheltworte zu. Da warf ihm der Waul aus der Luft eine Menschenkeule herab und befahl ihm, dieselbe zu essen. Da überkam den Spötter Todesangst; und er lief zum Pastor, um sich Rat zu holen. Der Pfarrer riet ihm, nach Hause zu gehen und abzuwarten, bis der Wilde Jäger wieder vorbeiziehe, dann solle er dem Waul zurufen, er wolle die Keule essen, falls er auch das Salz dazu gäbe. Der Müller tat, wie ihm geheißen war. Kaum hatte der Müller seine Rede beendet, so nahm der Wilde Jäger die Keule wieder an sich und verschwand. 

Denn noch niemals hatte man gehört, dass der Wilde Jäger Salz bei sich führte. 

Ein anderes Mal hatte ein Schäfer aus Hinrichshagen eines Abends den Wilden Jäger jagen hören. In seinem Übermut äffte der Schäfer den Ruf des Waul nach, und als er bei seiner Behausung angelangt war, wurde ihm eine mit einem roten Strumpf bekleidete Menschenlende übergeben. Dabei vernahm der Schäfer die Worte: "Hast du auch mit Jagen helfen, sollst du auch 'n Braten abhaben!" Der Schäfer konnte die verwünschte Keule erst wieder los werden, nachdem er sich einem Geistlichen anvertraute. Nach Haas 1925

 


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