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MYTHEN UND SAGEN


Die verwünschten Edelfräuleins im "Haus Demmin"

Im Süden der Stadt Demmin liegen inmitten eines Parkes, der von einem Bogen der Peene umschlungen wird, die Trümmer der mittelalterlichen Burg "Haus Demmin". Hier wohnen zwei verwünschte Edelfräuleins.In einer mondhellen Nacht ging einst ein Fischer in der Nähe von Haus Demmin seinem Gewerbe nach. Plötzlich glitten aus den Büschen des Parkes zwei Schlangen hervor, reckten ihre Köpfe empor und zischten den Fischer an. Dieser erschrak zuerst sehr heftig, aber als er sich etwas beruhigt hatte, vernahm er aus dem Zischen der Schlangen einzelne Worte, die an ihn gerichtet waren. Sie sagten: Einst wären sie zwei Edelfräuleins auf der Burg gewesen, aber durch einen bösen Zauber wären sie verwünscht worden; alle hundert Jahre käme ein Fischer, durch den sie erlöst werden könnten, wenn er sie beide auf den Mund küsse; diesmal sei ihre Erlösung in seine Hand gelegt, und wenn er sie erlöse, werde er unermesslich reich werden. Aber der zaghafte Fischer dachte, den Schlangen wär nicht zu trauen, und fuhr eiligst von dannen, ungerührt von den herzzerreißenden Wehklagen der Unglücklichen, die ihm noch lange nachklangen. - Seitdem wird die Stätte von den Fischern ängstlich gemieden.

Quelle: Haas, Alfred: Pommersche Sagen. 4. Aufl. Stettin 1928.  

 

 


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