Home Stadt Barth

1939

Kreis: Landkreis Franzburg-Barth

Bezirk: Regierungsbezirk Stettin

Land: Provinz Pommern / Preußen

Einwohner: 10219

2008

Kreis: Landkreis Nordvorpommern

Land: Mecklenburg-Vorpommern / Deutschland

Einwohner: 8815

 

HISTORIE

Sadtwappen Barth Vorpommern1159 wurde von Kämpfen gegen die Slawen in der provincia Barta berichtet. Bardo bedeutete damals im Pommerschen oder in der Polabischen Sprache kleine Erhöhung. 1256 war die Schreibweise dann Bard oder Barth und im 13. Jahrhundert dann auch Bart und Bardt.

Zwischen zwei slawischen Fischerdörfern entstand wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf einer Erhebung eine deutsche Marktsiedlung, der im Jahre 1255 vom Rügenfürsten Jaromar II. das Lübische Stadtrecht verliehen wurde. Der Name der Stadt wurde erstmalig erwähnt, während eines Kampfes gegen die Slawen 1159. Dort wird die Schlacht erwähnt in der provincia Barta. In der heutigen Stadt Barth befand sich zu der Zeit eine Slawenburg.

Um 1315 ließ Witzlaw III. Fürst von Rügen (und des Landes Barth) in Barth ein Schloss errichten. Dort starb Wizlaw III. 1325. Damit erlosch das Rügensche Fürstenhaus. Dadurch kam Rügen und somit das Land Barth in Besitz des pommerschen Herzogshauses, da Herzog Wartislaw IV. von Pommern durch König Christoph von Dänemark mit dem Fürstentum Rügen belehnt wurde.

Barth litt immer wieder durch Krieg, Brände, Hochwasser, Pest und verlor immer mehr an Bedeutung.

1478 vereinigte Herzog Bogislaw X. die pommerschen Lande in seiner Hand und residierte zeitweise in Barth. Um 1570 begann er mit dem Ausbau Barths zur Hauptstadt seines Landes Barth/Neuenkamp. Der alte Fürstenhof wurde von ihm 1573 zu einem stattlichen Renaissance-Schloss umgebaut. Bogislaw gründete 1582 eine „fürstliche Hofdruckerei“ in Barth. Die hier in niederdeutscher Sprache verfasste Barther Bibel ist das bedeutendste Zeugnis dieser Druckerei.

Durch den regen Schiffshandel wurde das Barther Bier weltberühmt. Mit der Verlegung der Residenz Bogislaws nach Stettin im Jahr 1603 endete die Blütezeit Barths. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gehörte Barth zu Schwedisch-Pommern. Das Schloss verfällt im Laufe der Jahrzehnte. Nachdem der Schwedenkönig Friedrich I. im Jahre 1733 den Grund und Boden der Ritterschaft Nordvorpommerns und Rügen geschenkt hatte, entstand an seiner Stelle das Adlige Fräuleinstift. 

Nach dem Siebenjährigen Krieg folgte eine erneute Blütezeit für den Schiffbau und die Segelschifffahrt. Die Stadt hatte im Laufe der Zeit bis zu sieben Werften. Auch die Fischerei war eine der Einnahmequellen der Stadt. 

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es zur Gründung der Pommerschen Eisengießerei und Maschinenfabrik, einer Fischkonservenfabrik, Zuckerfabrik, einer Dampfmühle, Molkerei, Jutespinnerei und anderer kleinerer Betriebe. Am 01.07.1888 wurde die Bahnstrecke Velgast - Barth eingeweiht und am 04.05.1895 nahm dann die Kleinbahn nach Stralsund und Damgarten ihren Betrieb auf. 

Die Stadt entwickelte sich zu einer industriellen Metropole. Die Kehrseite der Industrialisierung zeigte sich nach dem 1. Weltkrieg, als einige Fabriken stillgelegt wurden und die Stadt für viele Arbeitslose zu sorgen hatte. Zum Ende des 2. Weltkrieges zog am 02. Mai 1945 die Rote Armee in die Stadt Barth ein.

 

MUSEEN

VINETA-MUSEUM

Vineta - Museum Barth VorpommernDas im 18. Jahrhundert erbaute Kaufmannshaus, diente von 1870 bis 1946 als Rathaus. Bereits in den Jahren 1954 und 1956 befand sich in den Erdgeschoßräumen, ein Stadtmuseum. Diese mittlerweile gewachsene Sammlung umfasste neben heimatgeschichtlichem Brauchtum auch Zeugnisse der Stadt aus der Zeit als ehemalige Residenz der Pommernherzöge. „Diese reiche, wenn auch noch zum Teil noch nicht genügend gesiebte Sammlung ist nun aber seit 1945 fast restlos verloren“ schrieb Dr. Erich Gülzow am 26. Dezember 1949. Mit dem kärglichen Resten und neuerlichen Leihgaben Barther Bürger versuchte Gülzow im Erdgeschoss des Barther Rathauses (Teergang 2) ein neues Museum einzurichten, was tatsächlich 1950 eröffnet wurde. In den nächsten Jahren kam es immer wieder zu Aus- und Umlagerungen, worunter die Exponate sichtlich litten und stark beschädigt wurden. Im Dezember 1997 war es schließlich soweit und ein Museum konnte in grundsanierten Räumen wiedereröffnet werden. Seit dieser Zeit bemüht sich das Museum um den Neuaufbau einer stadtgeschichtlichen Sammlung. Eine Reihe von hochwertigen Exponaten konnte als Dauerleihgabe, Ankauf oder Geschenk bisher dem Vineta-Museum zugeführt werden. Obgleich der Platz sehr eingeschränkt ist, wurde dem auch überregional bekannten Barther Künstler Louis Douzette eine kleine Abteilung gewidmet. Dokumente seit der Stadtgründung, wie Pläne und Urkunden, Exponate zur Fischerei und Seefahrt, Werke bedeutender Barther Persönlichkeiten und eine eigenständige Abteilung zu Vineta muss in dem kleinen Museumshaus. Einen regionalen und über die Landesgrenzen hinausreichenden Ruf aber, konnte sich das Vineta-Museum in den letzten Jahren durch seine regelmäßigen Sonderausstellungen verschaffen, welche stets einen Bezug zur Stadt und der Region herstellen. So freut es besonders, über Barther Ausstellungen immer wieder in der überregionalen Tagespresse oder Fachzeitschriften zu lesen.
 

NIEDERDEUTSCHES BIBELZENTRUM

Niederdeutsches Bibelzentrum Barth VorpommernDie 1380 erbaute, Hospitalkirche Sankt Jürgen beherbergt heute das Niederdeutsches Bibelzentrum St. Jürgen. Hier erfährt man eine Erlebnisausstellung rund um die Bibel. Ursprung des Museum geht auf die erste für das damalige Pommern gedruckte „Barther Bibel” (1588) zurück. 

Weiterhin können Sie eine Buchdruckpresse sowie multimediale Installationen zu ethischen und biblischen Themen entdecken. In der mittelalterlichen Kapelle sehen Sie die Wandmalereien, welche von einer bewegten Vergangenheit erzählen. Das Haus ist rollstuhlgerecht ausgebaut.

 

TECHNIKMUSEUM ZUCKERFABRIK

Technikmuseum Zuckerfabrik Barth VorpommernDas Technikmuseum Zuckerfabrik ist eine Sammlung von Oldtimern und alter technischer Geräte aus den Bereichen Motorräder, LKWs, PKWs Ost und West, Cabrios, Maschinen und der Fliegerei. Das Museum befindet sich in der alten Zuckerfabrik von Barth in der Nähe des Hafens. Die Ausstellungsfläche beträgt ca. 2000 qm.

 

SEHENSWÜRDIGKEITEN

 Hospitalkirche St. Jürgen Barth VorpommernIn der ehemaligen Hospitalkirche St.Jürgen befindet sich das Bibelzentrum. Hier finden Interessierte Besucher unterschiedliche Ausstellungen und Aktivitäten

 


Barth hatte im 2. Weltkrieg im Stadtgebiet keine Schäden durch Kampfhandlungen oder Bombenangriffe zu beklagen. Aus diesem Grund ist der historische Stadtkern weitgehend erhalten geblieben. Aus dem Flugzeug oder vom Kirchturm aus sieht man deutlich die runde Form des Stadtkerns, der im Mittelalten bis in das 17. Jhd. von einer Stadtmauer umgeben war.Auf dem neu gestalteten Marktplatz steht ein Brunnen mit den 3 Fischen aus dem Stadtwappen aus den 1950er Jahren.

 


Fangelturm

Fangelturm: Ursprünglich "Neuer Turm", mit Zinnen gekrönter zylindrischer 12 m hoher Wehrbau mit 7,7 m Durchmesser und einer Wanddicke von 1,9 m.

 




Adliges Fraeuleinstift

An der Stelle des einstigen Fürstenhofes, wo an 1573 das fürstliche Schloß gebaut wurde, entstand nach dem Verfall des Schlosses im Auftrag der Rittergutsbesitzer aus der Umgebung im Jahre 1733 das Adlige Fräuleinstift unter dem Patronat der schwedischen Königin Ulrike Eleonore. Die oft auch als Kloster bezeichnete Einrichtung ist die einzige schwedische Stiftung auf deutschem Boden

 


Dammtor


Die Stadt Barth hatte ursprünglich 4 Stadttore, wobei nur noch das Dammtor aus dem 14. Jahrhundert erhalten ist.

 



MYTHEN UND SAGEN

DIE ELSTERN AUS DER BARTHER GEGEND

Die Elster oder Hester ist ein Unglücksvogel, darum wird sie auch so häufig von Bauern in Gemeinschaft mit Eulen oder Habichten an die Scheunentüren genagelt, damit dadurch die alten Wetterhexen von dem Gehöft ferngehalten werden. Einst lebte in Löbnitz bei Barth ein Kätner, Johann Paulmann geheißen. Dessen Nachbar war sterbenskrank geworden, nur die Salbe des Schinders (Abdecker) in Damgarten konnte ihm noch helfen.

Da setzte sich Paulmann zu Pferde und ritt hin; aber obgleich er am frühen Morgen aufgebrochen war, es wurde Nachmittag, es wurde Abend, er kam nicht wieder. Endlich, als es schon tiefe Nacht war, langte er in Löbnitz an und hatte die Salbe auch bei sich; doch wie sah er aus! Das Gesicht leichenblass und verstört, und kein Wort konnte er herausbringen. Man fragte ihn, was ihm fehle, und endlich kamen ihm die Worte wieder, und er erzählte folgende Geschichte:

"Als ich von Damgarten zurück kam und bei dem Krug (Gasthof) vorbei ritt, sah ich dicht vor dem Martenshagener Walde eine Unzahl bunter Vögel, die schwärmten um mich herum und schreien in der Luft, und mir war dabei so graulich zu Mute, dass mir grün und gelb vor Augen wurde und ich nicht mehr weiß, wie ich durch den Wald geritten bin. Auf der Löbnitzer Feldmark waren die Vögel verschwunden, nur zwei bunte Elstern saßen noch auf einer Weide. Die sahen ganz absonderlich aus, und es schien mir, als spächen sie miteinander, als wenn zwei Menschen zusammen sprechen. Und mein Pferd stand still, und die eine von den Elstern schlug mit den Flügeln und sperrte den Schnabel auf und rief mir mit lauter Stimme zu: `Paulmann, du musst sterben und liegst nach acht Tagen unter der Erde, dein Nachbar aber geht dann gesund und munter wieder hinter dem Pflug her`

Da ward mir schwindlich vor den Augen, und es kam mir vor, als wäre ich auf einer großen, wilden Heide. Und ich irrte wohl fünf Stunden ratlos umher, und wie ich endlich zu euch gekommen bin, das weiß ich nicht; so viel aber weiß ich, dass ich jetzt ein toter Mann bin". 

Die Leute wollten ihm das ausreden, aber er sank auf die Bank hin und wurde blass wie der Tod, und sie brachten ihn zu Bett, und den dritten Tag war er eine Leiche, und am siebenten Tage da lag er auf dem Kenzer Kirchhof. Der kranke Nachbar aber wurde durch die Damgartener Salbe wieder kerngesund, und als sie Paulmann begruben, ging er hinter seinen Ochsen auf dem Felde.

Aus: Jahn Ulrich: Volkssagen aus Pommern und Rügen. Bremen-Rostock1999. Edition Temmen.

FIRMEN

Barther Brauerei 

Nach dem das Barther Bier über viele Jahrhunderte weltbekannt war, man exportierte u.a. bis nach Nowgorod, Amsterdam oder Marseille, gingen 2007 in Barth die Lichter für diese lange Tradition wieder an. Die Barther Brauerei wurde gegründet und 2007 floßen die ersten 600 Hektoliter Bier. Gerade gibt Expansionsgedanken der Barther Bauerei. Wollen Sie mithelfen diese zu verwirklichen oder sich einfach Informieren? 

 

VEREINE

BARTHER DRACHENBOOT VEREIN "POMMERNEXPRESS"

PommernexpressDer Pommernexpress, ist eine Gemeinschaft von Menschen, die Spaß am Sport haben. Gegründet wurde der Pommernexpress 1997 und ist bis zum Jahr 2003 auf über 80 Mitglieder gestiegen.

In sportlicher Hinsicht hat sich im Laufe der Zeit einiges beim Pommernexpress geändert. Wir haben an immer mehr Wettkämpfen teilgenommen und uns im Laufe der Jahre mit zahlreichen Titeln zu einem der stärksten Drachenbootteams in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt. Aber nicht mehr nur in Mecklenburg-Vorpommern sind wir erfolgreich! So konnten sich im Jahr 2001 fünf Jugendliche aus unserem Verein für die deutsche Jugendnationalmannschaft qualifizieren und sind dann in Philadelphia/ USA fünffacher Weltmeister geworden. Mehr Infos und auch Bilder auf der Homepage http://www.pommernexpress.de

 

 


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