Home Anklam - Kreis Anklam

1939 2008
Kreis: Landkreis Anklam
Bezirk: Regierungsbezirk Stettin  
Land: Provinz Pommern / Preußen  
Einwohner: 19682
Kreis: Kreis Ostvorpommern
Land: Mecklenburg-Vorpommern / Deutschland
Einwohner: 13423

HISTORIE

Im Jahr 1243 wurde Anklam in einer Urkunde erstmals erwähnt. Die Siedlung legten Siedler Anfang des 13. Jahrhundert an. Der Fluss Peene und der Zugang zur Ostsee über den Peenestrom begünstigten den Binnen- und Fernhandel. Nach 1283 wurde die Stadt Anklam Mitglied der Hanse. Im 15. Jahrhundert schwand die Macht der Hansestädte. 

Wappen AnklamIm 16. und 17. Jahrhundert gab es einen Niedergang der wohlhabenden Handelsstadt. Die Pest brach mehrfach aus. Im 30-jährigen Krieg besetzten sowohl kaiserliche als auch schwedische Soldaten die Stadt. Ein Brand vernichtete 1659 einen großen Teil der Stadt. Politisch gehörte Anklam seit 1648 zum schwedischen Teil Pommerns. Als Ergebnis des Großen Nordischen Krieges wurde die Stadt 1720 geteilt. Die Gebiete südlich der Peene wurden nun preußisch. Die Peene blieb bis 1815 die Grenze zwischen Schweden und Preußen. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam nun auch der Rest Anklams zur preußischen Provinz Pommern.

Die Bahnstrecke nach Berlin und die Aufnahme der Dampfschifffahrt auf der Peene ließen die Wirtschaft im 19. Jahrhundert wachsen und bescherten damit der Stadt wieder einen Aufstieg. Zwei Eisengießereien wurden gegründet. Otto Lilienthal unternahm gegen Ende des 19. Jahrhunderts erste Flugversuche.

Anklam wurde wie viele deutsche Städte im Zweiten Weltkrieg zum Ziel alliierter Bombenangriffe. Am Ende des Krieges waren 70 Prozent der Stadt zerstört. 

 

MUSEEN


MUSEUM IM STEINTOR

MUSEUM IM STEINTORIn einem der schönsten Wehrtürme der Backsteingotik Norddeutschlands aus dem 13. Jh. befindet sich seit 1989 ein Museum der besonderen Art. Das Steintor ist das einzig erhalten gebliebene Stadttor der mittelalterlichen Befestigungsanlage der Hansestadt Anklam.

Aufsteigend in 32 m Höhe kann der Besucher neben der Besichtigung des mittelalterlichen Bauwerkes in den fünf Etagen des Steintores auch Ausstellungen zur Geschichte der Hansestadt Anklam und zum Leben an der Peene, insbesondere zur Slawen- und Hansezeit, zur Schweden- und Preußenzeit und dem Zeitabschnitt zwischen 1933 – 1949 erleben.



OTTO-LILIENTHAL-MUSEUM


OTTO-LILIENTHAL-MUSEUM1991 wurde in Anklam das Otto-Lilienthal-Museum eröffnet. Hier sind in einer großen gläsernen Halle alle Fluggeräte Lilienthals in zum Teil Originalgröße ausgestellt.

 





MYTHEN UND SAGEN

DER "HOHE STEIN" BEI ANKLAM

Der hohe Stein bei AnklamUngewöhnlich weit vor den Toren der Stadt Anklam, an der Chaussee nach Ducherow, steht ein massiver, runder Turm mit pyramidenförmiger Spitze und Zinnenkranz, aber ohne Eingang: der Hohe Stein. Zusammen mit einem flachen Erdwall ist er der letzte Rest der mittelalterlichen Landwehr, die ehedem das Stadtgebiet im Westen, Süden und Osten bis an die Peene umschloss. Der Hohe Stein bewachte die Stadt von Süden her. Da Anklam sich im Mittelalter hauptsächlich gegen die Übergriffe der Herren von Schwerin (zu Landskron, Schwerinsburg und Spantekow) zu wehren hatte, wurde er auch der Schwerinsturm genannt.

Man erzählt, dass der Hohe Stein ursprünglich durch einen unterirdischen Gang mit der Stadt verbunden war, der in dem alten Rathaus endete, dass bis 1842 am Markt stand. (Es musste damals wegen Baufälligkeit abgebrochen werden). Der Gang soll in einer schnurgeraden Linie vom Rathaus unter dem Markt und unter der Steinstraße hinweg zu dem Wartturm geführt haben. Zwei andere Häuser der Stadt sollen noch durch Nebengänge unter dem Markt mit dem Hauptgang verbunden gewesen sein.

Wenn die Wächter auf dem Hohen Stein in der Ferne einen herannahenden Feind bemerkten, gaben sie mit der Trompete ein Signal zur Stadt hin. Sofort eilten die bewaffneten Stadtknechte durch den unterirdischen Gang zu dem Wartturm, besetzten ihn von oben bis unten und empfingen die Feinde mit scharfen Pfeilen und Steinwürfen. Die Schweriner wunderten sich, dass der Hohe Stein, sooft sie kamen, immer eine so starke, wehrbereite Besatzung hatte.

Quelle: Aus Pommerns Sagenwelt 3. Sagen aus Anklam und Umgebung. Axel-Dietrich-Verlag. Peenemünde 1995. 

 

 


Home > Pommernkunde > Ortsverzeichnis > Orte A > Anklam - Kreis Anklam