Home Admiral Bromme

Mit der bürgerlich-demokratischen Revolution der Jahre 1848/49 ist das Wirken eines heute kaum noch bekannten Mannes verbunden, der dem deutschen Volk die erste Flotte schuf und ihr erster und zugleich letzter Befehlshaber war: Karl Rudolf Bromme, genannt Brommy (1804 – 1860), aus Leipzig.
Brommes Geburtshaus (rechts) in Anger bei Leipzig - Aufnahme von 1897In einer bewegten Zeit erblickte er am 10. September 1804 in dem kleinen Ort Anger bei Leipzig (dem heutigen Stadtteil Anger-Crottendorf) als fünftes Kind des dortigen Gerichtsschöffen das Licht der Welt. Die Mutter verstarb bereits 1806, und der Vater, der lange Zeit im Dienst des Professors für geistliche Altertümer an der Leipziger Universität Anton Hermann Klausing gestanden hatte und von diesem ein kleines Gut übereignet bekam, folgte ihr 1808. Der kränkliche Junge wurde gemeinsam mit seiner Schwester von einer Tante in Anger erzogen, die ihm aufgrund der Hinterlassenschaft seiner Eltern später eine Schulbildung ermöglichen konnte. Anschließend scheint Karl Rudolf als Buchhandlungsgehilfe tätig gewesen zu sein. Dabei wurde wohl sein Talent zum Schreiben, das zwanzig Jahre später zum Tragen kam, geprägt und der Wunsch geweckt, Seemann zu werden. Die kindlichen Vorstellungen wurden aber von den Verwandten entschieden abgelehnt, zumal sie gar nicht der Umgebung entsprachen, in der er aufwuchs. Der aber mittlerweile kräftig herangewachsene Junge konnte sich schließlich mit der ihm eigen gewordenen Beharrlichkeit durchsetzen und begab sich vierzehnjährig mit der Postkutsche nach Hamburg, um sich an der dortigen Navigationsschule theoretisch auf seinen ersehnten Beruf vorzubereiten. Der waschechte Binnenländer wurde tatsächlich angenommen und konnte während dieser Zeit auf drei Reisen nach Westindien - zunächst als Schiffsjunge - auch die Praxis des Seemannsberufes kennenlernen. Obwohl er bei Außenbordarbeiten im Hafen von New York beinahe ertrunken wäre, ließ ihn die See nicht mehr los. Theorie und Praxis der Seefahrt waren ihm so vertraut geworden, dass er in Hamburg sein Abschlussexamen mit Auszeichnung bestand. Danach trat er einen mehrjährigen Dienst in der nordamerikanischen und der chilenischen Marine an. In dieser Zeit wurde auch die englische Form seines Namens „Brommy“ geläufig. 
Admiral Karl Rudolf BrommeWährend des Unabhängigkeitskampfes des griechischen Volkes gegen die türkische Fremdherrschaft, der von England unterstützt wurde und 1827 seinen Höhepunkt erreichte, folgte Bromme dem Ruf des englischen Marineexperten Lord Thomas Cochrane (1715-1860) nach Griechenland, um unter seinem Oberbefehl in der jungen griechischen Marine zu dienen. Bromme wurde zunächst Erster Leutnant auf der Fregatte »Hellas«, später Zweiter Kommandant der Korvette »Hydra«. Nachdem er sich als Kommandant mehrerer griechischer Kriegsschiffe bei zahlreichen Seegefechten gegen die Türken, darunter bei der Einnahme der Festung Lepanto, verdient gemacht hatte, ernannte man ihn zum Flaggenkapitän des griechischen Admirals Miaoulis. 
Als im Ergebnis des griechisch-türkischen Krieges die Unabhängigkeit Griechenlands durch den türkischen Sultan im September 1829 anerkannt werden musste, wobei die Großmächte England, Russland und Frankreich als »Schutzmächte« auftraten, berief man den jungen sächsischen Seeoffizier, der sich auch vortreffliche Kenntnisse der Militärwissenschaft, namentlich des Artilleriewesens, angeeignet hatte, in das griechische Marineministerium. Allerdings kam es bald nach der Erringung der Unabhängigkeit Griechenlands zum Bürgerkrieg zwischen der prorussischen und der proenglischen Richtung, so dass auch Karl Rudolf Bromme als Ausländer das Land verlassen musste. Er begab sich auf Reisen zurück nach Deutschland sowie nach England und Frankreich, um militärwissenschaftliche Studien über die Seemächte zu betreiben. Zu dieser Zeit (1832) erschien sein autobiographisches Buch »Skizzen aus dem Leben eines Seemannes« unter dem Pseudonym »C. R. Termo« im Meißner Verlag Klinklicht. 
Nach Beendigung des Bürgerkrieges wurde Bromme durch den griechischen König Otto I.(1815-1867) ins Land zurückbeordert. Er bekam zunächst das Kommando über das Dampfschiff »Hermes«, und ab 1833 war er maßgeblich an der Reorganisation der griechischen Marine beteiligt. Zugleich fungierte er als Hafenkapitän, Marineausrüstungsdirektor und. Seepräfekt in Piräus. Darüber hinaus baute er die dortige Marineschule auf und wurde 1843 ihr erster Kommandeur. Anschließend zum Vorsitzenden des Marinekriegsgerichts in Athen berufen - eine Aufgabe, die ihn allerdings nicht befriedigte -, blieb ihm andererseits genügend Zeit zu größeren literarischen Arbeiten. Damals entstand sein grundlegendes Werk »Die Marine«, das im Frühjahr 1848 in Berlin verlegt wurde und seinen Autor in den Staaten des Deutschen Bundes bekanntmachte und letztlich der Anlass für seine endgültige Rückkehr in die Heimat war.
Das Buch sollte bis heute Nachauflagen in Leipziger Verlagen erfahren. 
Während seines etwa zwanzigjährigen Wirkens in Griechenland war er aber seinem Heimatland nicht fremd geworden, obwohl man ihn bei seinem Besuch 1832 im kleinstaatlich zersplitterten Deutschland mit seiner kühnen Idee einer einheitlichen deutschen Flotte brüsk abgewiesen hatte. Bromme verfolgte aufmerksam die politischen Vorgänge in den Ländern des Deutschen Bundes, dessen zahlreiche Fürsten mit diesem Staatenge-bilde nach Franz Mehring ihren »Hohn auf die deutsche Einheit« zum Ausdruck brachten und die fortschrittlichen bürgerlich-demokratischen Bewegungen rigoros unterdrückten. Als im März 1848 das deutsche Volk auf die Barrikaden ging und der revolutionäre Ansturm die Herrschaft des Adels stark erschütterte und nachdem sich am 18. Mai 1848 in Frankfurt am Main die deutsche Nationalversammlung, das erste vom deutschen Volk gewählte gesamtnationale Parlament, konstituiert hatte, schienen sich auch Brommes Hoff-nungen zu erfüllen, der zu diesem Zeitpunkt in Athen weilte. 
Um eine Entscheidung im Kampf gegen die sich den dänischen Annexionsabsichten widersetzenden Herzogtümer Schleswig und Holstein herbeizuführen, hatte Dänemark am 19. April 1848 den Küstenstaaten des revolutionären Deutschlands den Krieg erklärt und die deutschen Nord- und Ostseehäfen blockiert. Dabei zeigte sich bald, dass der Verteidigungskrieg mit einer Flotte erfolgreicher geführt werden könnte als nur mit Strandbatterien. Aber erst nachdem die dänische Blockadeflotte Handel und Schifffahrt der deutschen Staaten lahmgelegt hatte, bewilligte die Frankfurter Nationalversammlung im Juni 1848 sechs Millionen Taler für den Aufbau einer Kriegsflotte unter der neuen schwarzrotgoldenen Flagge. 
Anfang Juni 1848 war bei der Nationalversammlung ein Marineausschuss gebildet worden und im Oktober/November des gleichen Jahres zwei weitere Marinebehörden: die dem Handelsminister des Deutschen Bundes beigeordnete Marineverwaltung und die Technische Marinekommission in Frankfurt. Die organisatorischen Voraussetzungen für den Aufbau einer deutschen Flotte waren damit geschaffen, und unabhängig von den Bauaufträgen wurden bis Ende 1848 die ersten fünf Schiffe in England und in Hamburg angekauft. Allerdings musste der eigentliche Organisator und Befehlshaber für die künftige Flotte noch gefunden werden. Schließlich erinnerte man sich des einst in Deutschland abgewiesenen Karl Rudolf Bromme, der im November 1848 dem Ruf der Frankfurter Nationalversammlung folgte. Durch das unermüdliche Wirken Brommes standen im Frühjahr 1849 elf einsatzfähige Kriegsschiffe zur Verfügung (vgl. Tabelle). Sie wurden im weiteren Verlauf durch 26 Ruderkanonenboote mit Loggertakelung und jeweils 30 Riemen verstärkt. 

 
Klasse/Name Wasserverdrängung (t)                 Maschinen-
leistung (PS)
Bewaffnung     
Zahl/Kaliber         
Besatzung
Dampffregatte Hansa  650 (Ankauf)   1800  3x84, 8x68  260
Dampffregatte Barbarossa  ex. Britannia, 1313 (Ankauf)  1600  9x68  200
Dampfregatte Erzherzog Johann  ex. Arcadia, 1313 (Ankauf)  1600  9x68  200
Dampfkorvette Der Königliche Ernst August  580 (Neubau)  950  6x68  150
Dampfkorvette Großherzog von Oldenburg  415 (Neubau)  920  2x68  100
Dampfkorvette Frankfurt  448 (Neubau)  700  2x68  100
Dampfkorvette Bremen  350 (Neubau)  700  2x18, 2x36, 1x32  100
Dampfkorvette Hamburg  380 (Neubau)  700  1x56, 1x32, 2x18  120
Dampfkorvette Lübeck  335 (Neubau)  700  1x84, 1x32, 2x18  100
Segelfregatte Deutschland  ex. Steinwerder,
853 BRT (Ankauf)
 -  36 Kanonen  230
Segelfregatte Eckernförde  ex. Gefion, 1826/Prise aus
 dem Gefecht vor Eckernförde
 April 1849
 -  2x60, 46x24  420
 
 
 
Als infolge des veränderten politischen Kräfteverhältnisses zugunsten der Konterrevolution an der Wende 1848/49 dem hoffnungsvollen Beginn der deutschen »Revolutionsflotte« ernste Gefahr drohte, begab sich Bromme, nur von einem Mitarbeiter namens Ebeling begleitet, nach Bremerhaven. Sein Gewissen und seine Verantwortung gegenüber dem deutschen Volk, das in der durch Opferbereitschaft entstandenen Flotte das »Sinnbild der scheinbar endlich gefundenen Einigkeit« sah, geboten Bromme, selbst an Ort und Stelle darüber zu wachen. Zudem war auch der am 26. August 1848 zwischen Preußen, der Hauptmacht im Deutschen Bund, und Dänemark verhandelte Waffenstillstand im März 1849 abgelaufen, so dass Dänemark erneut den Krieg erklärte und die deutschen Nordseehäfen blockierte. 
Seegefecht vor Helgoland am 04.Juni 1849 - im Vordergrund die Barbarossa, Brommes FlaggschiffObwohl nun eine kleine Flotte existierte, fand sich Bromme in Bremerhaven weiterhin vor schier unüberwindliche Hindernisse gestellt. »So bunt wie die 11 Schiffe der Bundesflotte waren auch die Besatzungen der Schiffe zusammengesetzt. Die meisten deutschen Bundesstaaten lehnten es ab, den Dienst in der Bundesflotte als gesetzliche Dienstpflicht anzuerkennen. Die Besatzungen der Kriegsschiffe mussten wie auf Handelsschiffen angeheuert werden. Mannschaften wie Offiziere setzten sich aus den verschiedensten Nationalitäten zusammen; außer Deutschen waren es vornehmlich Engländer, Holländer und Franzosen. Auf den meisten Schiffen war Englisch die Umgangssprache; auf einigen Schiffen war selbst die Kommandosprache Englisch«, so charakterisierte Heinz Neukirchen in seinem Buch »Seemacht im Spiegel der Geschichte« (Berlin 1982) treffend die Situation. Bromme aber kapitulierte vor den ihn fast erdrückenden Aufgaben nicht und schuf innerhalb weniger Monate eine einsatzbereite Flotte, deren Schiffe ausreichend ausgerüstet und bewaffnet waren und deren Mannschaften sich der neuen, von Bromme selbst ausgearbeiteten Dienstvorschrift unterzuordnen hatten. Darüber hinaus gründete er in Bremerhaven die Seezeugmeisterei, ein mit Produktionsstätten verbundenes Waffen- und Kriegsgerätemagazin. Er dachte auch weitsichtig an den seemännischen Nachwuchs, indem er die Segelfregatte »Deutschland« als Schulschiff für Offiziersanwärter und die Dampffregatte »Erzherzog Johann« als Ausbildungsschiff für Schiffsjungen vorsah. Damit war alles Notwendige geschaffen, um gegen etwaige Angriffe gewappnet zu sein. Die Seehafenstadt Brake an der Weser entwickelte sich damals zum provisorischen Marinestützpunkt der ersten deutschen Flotte.  
Die weiteren innen- und außenpolitischen Verhältnisse bewirkten, dass die erste deutsche Flotte doch noch zum Einsatz kommen sollte. Am 4. Juni 1849 erhielt Bromme den Befehl, mit drei Dampfschiffen von Bremerhaven auszulaufen, um die dänische Blockade an der Elbe- und Wesermündung aufzubrechen. Bromme war bekannt, dass sich die stärksten Einheiten der dänischen Blockadeflotte in der Nähe der damals noch den Engländern gehörenden Nordseeinsel Helgoland aufhielten, die auch den Dänen offenstand. Deshalb nahm Brommes Verband in Dreiecksformation direkten Kurs auf Helgoland. »Am 4. Juni 1849 traf Bramme mit der Dampffregatte >Barbarossa< und den Dampfkorvetten >Hamburg< und >Lübeck< vor Helgoland auf die im Blockadedienst eingesetzte dänische Segelkorvette >Valkyrien<. Das sich zugunsten des deutschen Geschwaders entwickelnde Seegefecht musste jedoch bald abgebrochen werden, da sich die >Valkyrien< in die Hoheitsgewässer der damals noch im britischen Besitz befindlichen Insel rettete. Das Gefecht bei Helgoland blieb die einzige Kampfhandlung« (zit. nach »Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte«, Berlin 1985). 
Bromme, mittlerweile zum Kapitän zur See befördert, war gezwungen worden, den Abbruch des anfangs erfolgreichen Gefechts zu veranlassen, ohne eine militärische Entscheidung herbeigeführt zu haben. Er handelte jedoch klug genug, um bei der komplizierten politischen Situation der faktisch politisch machtlosen deutschen Zentralregierung außenpolitische Schwierigkeiten mit England zu ersparen. Aber England, dass diese während der Revolution entstandene Regierung nicht anerkannte, erklärte später, dass es deutsche, unter schwarz-rot-goldener Flagge fahrende Schiffe nicht kenne und sie deshalb als Piraten behandeln werde. Schließlich war die bürgerlich-demokratische Revolution in Deutschland am 23. Juli 1849 mit der Kapitulation der Reste der Revolutionstruppen im badischen Rastatt niedergeschlagen worden, weil, wie Friedrich Engels 1866 formulierte, » … die deutschen Bourgeois ihre gemeinsamen, d. h. politischen Interessen (opferten), damit jeder sein Privatinteresse, sein Kapital rette. Lieber Rückkehr zum bürokratisch-feudalen Absolutismus als ein Sieg der Bourgeoisie als' Klasse….. Das war der Angstruf der deutschen Bourgeoisie, unter dem die Reaktion auf der ganzen Linie siegte«. Damit war auch das Schicksal der ersten deutschen Kriegsflotte besiegelt. Obwohl Karl Rudolf Bromme am 11. November 1849 für seine Verdienste zum Konteradmiral ernannt worden war und, 'die Bundesflotte 'als »Schoßkind der Nation« noch bis Anfang 1852 bestehen sollte, war ihr »Untergang« bereits offenkundig geworden. Sie und ihr Befehlshaber waren den neuen alten Machthabern ohnehin ein Dorn im Auge gewesen. Der Admiral, die 54. Offiziere, die 1 220 Unteroffiziere, Maschinisten und Mannschaften sowie die 260 Seesoldaten standen zwar nun pro forma im Sold der Bundesversammlung; die die Nationalversammlung wieder abgelöst hatte, aber die Existenzgrundlage der Marineangehörigen war ebenfalls in Frage gestellt. Am l 2. April 1862 war es dann soweit: Die Bundesversammlung verfügte die Auflösung der während der Revolution entstandenen Flotte. Die 'Mannschaften hatten sich eine andere Tätigkeit zu suchen, den Offizieren billigte man eine monatliche Unterstützung' von je vierzig Talern zu, bis jeder eine neue Anstellung, gefunden hatte. Die Schiffe selbst kamen unter den Hammer. Konteradmiral Bromme als Schöpfer und Befehlshaber der Flotte konnte nur die Flagge seines einstigen Flaggschiffes „Barbarossa“ vor der Auktion retten, die ihm seinerzeit die patriotisch gesinnten. Frauen von Brake gestickt hatten. 
Während dieser Zeit heiratete der verbitterte Admiral, der sein Lebenswerk dahinschwinden sah, am 1.Juli 1852 die Tochter des Kaufmanns und Reeders Groß in Brake, Caroline. Nachdem die schmähliche Versteigerung der ersten deutschen Flotte als »Schacherobjekt der partikularistischen Interessen einzelner deutscher Staaten« (»Wörterbuch ... «) abgeschlossen war, erhielt Karl Rudolf Bromme, der als Patriot ehrlich der Nationalversammlung und damit objektiv der Revolution gedient hatte, am 14; Juni 1853 von der Bundesversammlung einen unrühmlichen Abschied; Mit vieler Mühe musste er um die Gewährung einer Pension kämpfen, bis man ihn schließlich mit 125 Talern monatlich abfand. 
Der Admiral ohne Flotte verblieb zunächst in Bremerhaven und beschäftigte sich mit der Ausarbeitung seiner, Memoiren, die leider nicht vollendet und veröffentlicht wurden. Die Übernahme der Funktion• eines Leiters der Technischen Abteilung bei der österreichischen Admiralität in Venedig 1857 bedeutete für Bromme nur eine Episode. Von den politischen Verhältnissen der k. u. k. Donaumonarchie in Italien abgestoßen, kehrte er nach Deutschland zurück und begab sich in die Einsamkeit des Dorfes. Sankt Magnus bei Bremen. Dort ist Karl Rudolf Bromme, der Triumph und Tragik durchlebte, krank von den Aufregungen der letzten Jahre, am 9. Januar 1860 im Alter von 55 Jahren' verstorben. Entsprechend seinem letzten Wunsch wurde er, umhüllt von der schwarz-rot-goldenen  Flagge seines Admiralsschiffes, in aller Stille auf dem Friedhof zu Hammelwarden bei Brake an der Weser beigesetzt. Mit seinem Tode schien sich auch der Schleier des Geheimnisses um seine Persönlichkeit zu legen - Leben und Werk Brommes gerieten allmählich in Vergessenheit. Erst 1891 entsann man sich seiner wieder und errichtete einen Obelisk auf dem Friedhof zu Kirchhammelwarden, heute Ortsteil der Weserstadt Brake, der die Inschrift trägt: »Karl Rudolf Brommy ruht in diesem Grabe, der ersten deutschen Flotte Admiral ….  An schöner Hoffnung reich und bittrer Täuschung ... « Aber auch Leipzig - seine Geburtsstadt - erinnert an Bromme, in dem ihm zu Ehren in der Nähe des ehemaligen Geburtshauses im heutigen Stadtteil Anger-Crottendorf ein Gedenkstein gesetzt wurde. 

(Bearbeitete Fassung des Aufsatzes des Verfassers, der in der Edition „Urania Universum“, Bd. 34, Leipzig 1988, S. 432-436, erschien).     
Dipl.-Hist. Lutz Mohr, Greifswald
 

 


Home > Pommernkunde > Historische Berichte > Admiral Bromme