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Die Saga der JomswikingerDie Saga der Jomswikinger
Lutz Mohr
Edition Pommern
Illustrationen Eckhard Buchholz
ISBN 978-3-939680-00-0
60 Seiten
€ 7,95 [D]
Originalausgabe Mai 2006

Beschreibung

Die vergangene Welt ist zwar versunken, aber ihre Spuren hinterließen sie in Form zahlreicher Funde. Selbst in der Nähe der Geburtsstadt des Autors (Neusalza-Spremberg), fand man in Nimschütz bei Bautzen 1973 bei der Durchforschung slawischer Siedlungsreste ein wikingerzeitliches Schwertortband norwegischer oder schwedischer Herkunft aus dem 10. Jahrhundert, das im Kunststil den Funden von der Insel Hiddensee und Menzlin an der Peene ähnelt.

Dass die Wikinger einst als Krieger die slawischen Stämme zwischen Elbe und Oder heimsuchten, ist allgemein bekannt. Für Pommern gibt es aber noch eine Besonderheit, die uns das mittelalterliche Nordeuropa bescherte. In den nordischen Überlieferungen des 11. bis 13. Jahrhunderts, so in den viel zu wenig beachteten Strophen der Skalden, jener fahrenden Sänger und Dichter der Wikingerzeit, und den „geschichtlichen“ Sagas, die vornehmlich in Island aufgezeichnet wurden, kristallisiert sich ein besonderer Zweig der Wikinger heraus: Die „Jomswikinger“ und ihr Herrschaftsbereich „Gau Jom“ mit dem Zentrum „Jomsburg oder Jomsborg“ an der pommerschen Odermündungsbucht. Lutz Mohr legt hier die Jomsvikingasaga für seine Recherche zugrunde. Sie geht auf einen isländischen Anonymus zurück, vermutlich einem Mönch, der in einem isländischen Kloster um 1200 lebte und wirkte.

Der Stralsunder Maler und Grafiker Eckhard Buchholz hat hierfür sehr treffenden Illustrationen angefertigt, um den Text etwas lebendig werden zu lassen.
 

Leseprobe

Zur Herkunft und zum Inhalt der Saga der Jomswikinger

Eines der ungelösten Rätsel des frühmittelalterlichen Nordeuropas, insbesondere der Wikingerzeit, und des slawischen Pommerns ist bis heute zweifelsohne die Problematik der Jomswikinger, ihrer Jomsburg und des Gaues Jom in Pommern. Ihre Geschichte, besser Geschichten, gehen auf einen isländischen Anonymus, wahrscheinlich einem Mönch zurück, der in einem Kloster auf Island um 1200 lebte und wirkte. Dieser unbekannte Isländer, der diese Saga meisterhaft verfasste und dabei historische Geschehnisse verwertete, die über 200 Jahre zurücklagen, schöpfte dabei aus der mündlichen Tradition seiner Landsleute, sozusagen aus dem „Gedächtnis des Volkes“, das durch die Skalden, die fahrenden Sänger und Dichter zur Wikingerzeit, als geistige Vertreter repräsentiert wurde. Die Jómsvikinga saga fand Eingang in der „Flateyarbók“, dem Buch von Flatey, einer historischen isländischen Sammelhandschrift, die in den Jahren 1387 bis 1390 verfasst wurde. Diese wurde im Auftrag des einflussreichen isländischen Großbauern Jón Hákonarson von den Geistlichen Jón Thórdarson und Magnus Thórhallson erstellt. Die Jómsvikinga saga kam in sechs mehr oder weniger vollständigen Fassungen in unsere Zeit, die wohl alle auf den ursprünglichen Text von etwa 1200 zurückreichen und die in mehrere Sprachen, so auch ins Deutsche, übersetzt wurde.1)

In der Einleitung zur deutschen Ausgabe, die den Titel „Die Geschichte von den Seekriegern auf Jomsburg“ trägt, charakterisierten die beiden Bearbeiter und Übersetzer, Prof. Dr. Felix Niedner und Prof. Dr. Walter Baetke, die die schwedische Ausgabe des Stockholmer Codex von Gustaf Cederschiöld von 1874 im Archiv der Universität Lund zugrundelegten, die vorliegende Saga sowohl als Heldenlied als auch als Familiensaga: „Es ist ein nordisches Heldenlied in Prosa, das wie in einem Brennpunkt den Geist der Wikingerzeit, der doch der Geist des altgermanischen Heidentums ist, zusammenfasst und zum Leuchten bringt ... Die Geschichte von den Jomswikingern gehört nicht zu den Geschichten von Königen und Jarlen, sondern steht in ihrer ganzen Stimmung nach im Gegensatz zu ihnen. Sie ist eine Familiengeschichte: die Geschichte Tokis von Fünen und seiner Nachkommen“.2) Bildhaft erscheinen der Nachwelt die Sagahelden der dänischen Wikingerzeit sowohl mit ihren edlen Zügen als auch dunklen Charaktereigenschaften: Palnir, Aki, Palnatoki und Vagn sowie Sigvaldi, Thorkel, Bui, Sigurd oder Björn der Waliser...“.

Der mächtige fünische Großbauer und erprobte England-Wikinger Palnatoki, dessen Familienbande bis nach Wales reichen und der dort die Jarlswürde erhielt, steht im Mittelpunkt des ersten Teils der Saga. Der in einer Liebschaft zwischen König Harald Blauzahn und Palnatokis Magd Aesa gezeugte Knabe Sven wächst bei Palnatoki auf und wird später von ihm gegen seinen königlichen Vater ausgespielt. Zwischen König Harald und seinem illegitimen Sohn Sven, der nach Krone und Macht dürstet, entsteht ein derart gespanntes Verhältnis, das Dänemark in eine nahezu bürgerkriegsähnliche Situation führt. Die Entscheidung fällt schließlich in einer Seeschlacht bei der Insel Bornholm zugunsten des Königssohnes, da ihm Palnatoki mit den Jomswikingern zu Hilfe eilt. Mit dem Attentat auf Harald Blauzahn, das Palnatoki auf Bornholm ausführt, bekennt er sich zu seinem Pflegesohn Sven, der neuer dänischer König wird. Er selbst zieht sich aber später auf dem Erbmahl, der Totenfeier, für Harald die Feindschaft Svens zu und soll getötet werden. Palnatoki entkommt aber nach hartem Kampf mit seinen Getreuen den königlichen Häschern und begibt sich zu Jarl Stefnir nach Wales, seinem Schwiegervater, und seiner Frau Alöf. Nach dem Tode seiner Frau, verlässt Palnatoki Wales und unternimmt Wikingerfahrten in die Ostsee, um die Küsten der Slawenlande heimzusuchen. Aber der Wendenkönig Burislaf (Burisleif) kann Palnatoki und seine Mannen bewegen,... ... ...

 


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